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| Kantonsratswahlen 2004 |
Vor vier Jahren landete ich auf dem ersten Ersatzplatz für
den Kantonsrat. Dieses Resultat ermutigte mich, bei den aktuellen
Wahlen erneut zu kandidieren.
Hier sind einige meiner politischen Ansichten und Grundsätze,
für die ich eintreten will. Nur mit Schlagwortpolitik
möchte ich nicht auffallen, deshalb hier einige längere
Statements. Selbstverständlich bin auch ich für
tiefere Steuern und gegen Asylmissbrauch etc.
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| Familienpolitik |
Finanzielle Belastung
Die kinderreichen Gemeinden im Linthgebiet haben in der Regel
eine hohe Steuerbelastung. Die Anzahl Schüler pro 1000
Einwohner ergibt ziemlich genau den Steuerfuss, ausser bei
Gemeinden mit dem Maximalsteuerfuss (Beispiele 2003: Amden/Weesen: 152
Schüler pro 1000 Einwohner / 153 Steuerprozente, Jona/Rapperswil:
121/117, Schmerikon: 139/142). Eine gerechtere Aufteilung
der Steuern kann praktisch nur mit Berücksichtigung der
Schülerzahlen erfolgen. Eine Steuerumverteilung darf
jedoch nicht die Autonomie der Schulgemeinden beeinträchtigen,
damit Spar-Anreize erhalten bleiben. Eine solche Massnahme
bringt vor allem für Familien tiefere Steuern.
Kinderhorte und Tagesschulen
Die "traditionelle" Familie mit Mami am Herd und
Papi am Geld verdienen findet nur noch in etwa 30% der Familien
statt. Häufig braucht die Frau ein Zusatzeinkommen, damit
die Familie leben kann. Alleinerziehende Mütter oder
Väter müssen mit sehr wenig Geld auskommen und leben
sogar unter dem Existenzminimum. Das ist heute Realität
und die Politik muss sich anpassen. Leider sitzen noch zu
viele "Herren" in St. Gallen und Bern, die glauben,
Eineltern-Familien gibt es nicht.
Es existieren Gemeinden, die sind überzeugt, dass sich
Tagesinstitutionen ausbezahlt machen. Einerseits entfallen
Sozialleistungen, anderseits ist die Gemeinde attraktiv für
Doppelverdiener, was höhere Steuereinnahmen bringt. Durch
eine Steuerumverteilung (siehe finanzielle Belastung) können
selbst für finanzschwache Gemeinden solche Institutionen
interessant werden.
Job-Sharing und Teilzeitstellen
Teilzeit-Stellen für Männer sind noch ziemlich
unüblich. Ein Vater, der gerne mehr Zeit mit den Kindern
verbringen würde und vermehrt die Verrichtungen eines
Haushalts vornehmen möchte, steht häufig auf verlorenem
Posten. Hier könnten öffentliche Verwaltungen eine
Vorbildfunktion leisten und vermehrt Teilzeit- und Sharingstellen
anbieten.
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| Verkehrspolitik |
Von der linken Seite wird ein Ausbau der öffentlichen
Verkehrsmittel gefordert, vom rechten Lager werden neue Strassen
verlangt. Das Grundproblem der gesteigerten Mobilität
hinterfragt niemand. Ich glaube, das Verkehrsproblem ist nicht
mit neuen Wegen für Auto oder Bahn zu lösen. Es
ist jeweils nur eine Zeitfrage, bis auch die neuen Strassen
oder Züge wieder verstopft sind.
Ziel muss es doch sein, dass ein Arbeitsplatz in wenigen Minuten
erreicht werden kann oder umgekehrt, dass in der Nähe
von Arbeitsplätzen auch gewohnt werden kann. Leider geht
die heutige Entwicklung genau in die gegenteilige Richtung,
in den Zentren entstehen Arbeitsplätze, auf dem Land
praktisch nur Wohnungen und Einfamilien-Häuschen.
Die politischen Anreize sind kaum da, Wohn- und Arbeitsplätze
wieder näher zusammen zu bringen. So müssen die
Steuerabzüge für lange Arbeitswege und Auswärtsessen
überarbeitet werden. Vergünstigte Steuerzonen für
juristische Personen (Firmen), welche Arbeitsplätze auf
dem Land schaffen, bringen Arbeitsplätze in weniger attraktive
Gebiete. Bis jetzt sind die Firmensteuern im ganzen Kanton
gleich hoch. Im Gegenzug dazu sind familienfreundliche Wohnungen
in den Zentren zu fördern, damit nicht alle Familien
aufs Land ziehen müssen.
Das ist nur ein Teil von Massnahmen, welche die Verkehrspolitik
beeinflussen und kreative Ideen sind noch gefragt. Leider
hört man dazu auch vom grünen Lager nicht viel.
Die vorgeschlagenen Massnahmen können praktisch ohne
Kostenfolge verwirklicht werden, die Einsparungen bei den
Verkehrsausgaben wären aber enorm. Selbstverständlich
bin ich nicht prinzipiell gegen alle neuen Verbindungen. Wo
es die Sicherheit erfordert oder klare Überlastungen
vorhanden sind und langfristig eine Beruhigung stattfinden
kann, machen neue Bahnen oder Strassen durchaus Sinn.
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| Ausländer- und Asylpolitik |
Asylpolitik
Sehr viele Leute können Ausländer- und Asylpolitik
nicht unterscheiden, was nach den Kampagnen aus dem rechten
Lager auch verständlich ist. In der Schweiz leben 1.4
Millionen Ausländer, mit dem Asylwesen haben nur einige
Zehntausend zu tun. Asyl gewähren wir Leuten, die zu
Hause mit Leib und Leben bedroht sind, weil sie sich häufig
für eine gerechtere Gesellschaft einsetzen und deshalb
politisch verfolgt werden. Sie sind froh, wenn sie in der
Schweiz eine neue Bleibe finden, in der sie sich sicher fühlen.
Viele sogenannte Asylbewerber passen aber nicht in das geschilderte
Schema und werden kriminell oder kommen schon mit kriminellen
Absichten in unser Land. Viel passiert ihnen nicht: Wenn sie
keine Papiere haben, können sie nicht zurückgeschafft
werden und Kapazitäten zur Verwahrung haben wir nicht.
Es gilt in jedem Fall, für kriminelle Asylbewerber unser
Land weniger attraktiv zu machen. Unkooperative oder kriminelle
Bewerber haben in der Öffentlichkeit nichts zu suchen.
Die Schweiz darf nicht Zufluchtsland von allen in EU-Staaten
abgewiesenen sogenannten Flüchtlingen werden. Wirklich
Bedrohte sollten aber die Möglichkeit haben, bei uns
schon zu Beginn eine Arbeit aufzunehmen oder einer mehr oder
weniger sinnvollen Beschäftigung nachzugehen, damit sie
gar nicht in Versuchung kommen, kriminell zu werden.
Ausländerpolitik
Somit gehören über 1.2 Millionen Ausländer
nicht zu den Asylanten. Die meisten sind mehr oder weniger
aktiv in unser Land geholt worden, um bei uns zu arbeiten.
Inzwischen leben viele dieser Ausländer in der zweiten
und dritten Generation in der Schweiz. Es ist unrealistisch,
wenn man denkt, solche Leute einfach wieder zurück in
ihre Herkunftsländer abschieben zu können. Viele
dieser ausländischen Arbeiter verhalten sich in der Schweiz
korrekt und geben sich Mühe, möglichst integriert
zu werden. Einige allerdings missbrauchen unsere Sozialsysteme
und stiften Unmut in der Bevölkerung. Manche Schweizer
Familie wäre froh, in Verhältnissen leben zu können,
wie sie "Sozialfällen" zur Verfügung gestellt
werden. Nicht Arbeitswillige sind auf einem gesetzlichen Minimum
zu halten.
Kriminaltourismus ist ein weiteres Problem. Ausländer,
die nur zum Zwecke krimineller Handlungen die Schweizer Grenze
überqueren, müssen zurück geschafft werden.
Nur sind sie dann so schnell wieder hier, wie sie gegangen
worden sind. Vor der Ausschaffung müssen sie unattraktive
Haftbedingungen durchlaufen, damit die Stimmung "die
schaffen dich eh nur raus und sonst passiert nichts"
nicht aufkommen kann.
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| Gesundheitspolitik |
Die Krankenkassenprämien steigen und steigen. Eine Familie
kann sich die Prämien kaum mehr leisten. In Anbetracht
der Situation, dass viele Prämienvergünstigungen
vom Kanton ausbezahlt werden und die Spitalkosten zu 75% bereits
vom Kanton getragen werden, ist eine Verstaatlichung der Grundversicherung
zumindest prüfenswert. Das Sparpotential liegt vor allem
in den hohen Werbeausgaben einer Kasse sowie bei den zum Teil
ungerechtfertigten Managementlöhnen. Bei der Feuerversicherung,
welche kantonal unterschiedlich gehandhabt wird, hat der Kanton
St. Gallen eine der tiefsten Prämien, obwohl die Versicherung
bei uns vom Kanton geregelt ist.
Das Spital in Uznach ist mir ein wichtiges Anliegen und die
Renovation soll möglichst schnell durchgeführt werden
können. Das Rettungswesen funktioniert gut und mit dem
Stützpunkt in Rapperswil/Jona kann auch im "Stadtteil"
der Region Linthgebiet ein schnelles Eingreifen gewährleistet
werden.
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| Verwaltung |
Wer hat sich nicht schon an unverständlichen Formularen
geärgert, hat nur die Hälfte vom Amtsdeutsch verstanden
oder wer ist schon sicher, dass er oder sie alle möglichen
Abzüge auf dem Steuerformular geltend gemacht hat? Der
administrative Dschungel muss abgebaut werden, und die Alarmglocken
läuten bei mir, wenn man merkt, dass selbst die Verantwortlichen
auf Gemeinden falsche oder keine Auskünfte geben können.
Ich frage mich manchmal, ob das nur mir passiert oder ob andere
einfach für dumm verkauft werden sollen.
Leider kümmert sich bisher niemand um eine wirkliche
Vereinfachung von Abläufen und den Abbau von längst
überholten Gesetzen. Diese Grundsatzfragen bei einem
neuen Gesetz oder Regelung werden oft nicht gestellt:
- Braucht es diese Einschränkung wirklich?
- Ist diese Massnahme die Geeignetste, um das Ziel zu erreichen?
- Wer profitiert davon und wer verliert dabei?
Ich bin sicher, mit diesen einfachen Grundfragen wäre
manche Einschränkung nicht gemacht worden. Ich werde
mir auf jeden Fall diese Fragen immer wieder neu stellen. |
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